Sechs Wochen in der Kabine. Mal schauen was uns da erwartet. Beim Start sind wir voll gepackt. Allein 17kg reines Fleisch in Konservendosen für meine Juschka.
Die Fahrt hat einige vorgegebene Punkte und dazwischen schauen wir wo wir landen. Es beginnt mit der Jahreshauptversammlung vom Hundeverein im südlichen Hessen. Dann geht es über Taucha nach Chemnitz zur Hundeausstellung, dann zum Wohnkabinentreffen nach Kloster Andechs und zuletzt zu einer Hundeausstellung an der Österreichischen Grenze.

27.3 Start nach Paderborn zum Nixdorf Museum. Die Robotik Abteilung hatte im Herbst letzten Jahres noch nicht geöffnet. Das schaue ich mir dann dieses Jahr zu Beginn meiner Fahrt an. Und es hat sich gelohnt. Jetzt kann man sich vom Roboter zu den Exponaten führen lassen. Ist schon lustig. Die Stellplätze vor der Tür sind nur größere Parkbuchten aber für die eine Nacht ok. 

28.3. Von Paderborn aus sind wir nach Hünfeld gefahren. Welch Überraschung, schon an der Autobahn Ausfahrt steht ein Schild “Konrad Zuse”. Das Museum hat aber nur von 15-17Uhr geöffnet und liegt in der Ortsmitte. Wir gehen lieber an Teich und Feld spazieren. Abends gibt es Frühlingsrollen aus dem Omnia. Viel besser als aus der Pfanne. 

29.3. Morgens früh spazieren wir in den Ort. Jetzt wissen wir zumindest wo das Museum ist. Im Ort ist auch Markttag. Ein paar Leckereien finden den Weg in die Jackentasche. Danach geht es nach Grossenlüder zur Jahreshauptversammlung vom Hundeverein. Abends ist die nächste Gasflasche leer. Die Fernanzeige könnte etwas zu spät das Umschalten anzeigen, denn nach nur 2 Tagen die Flasche leer, kann eigentlich nicht sein. Dann muss die letzte Flasche jetzt bis Montag durchhalten. Abwarten!

30.3. Jahreshauptversammlung vom Hundeverein

31.3. Am Morgen nach der JHV machen wir noch einen kurzen Spaziergang und dann weg von diesem Ort. Wir fahren zurück nach Hünfeld. Das Konrad Zuse Museum reizt mich zu sehr. Als Ausnahme darf Juschka  mit hinein. Ein kleines recht verwinkelte Museum über Konrad Zuse und andere lokale Besonderheiten: die Kriegsjahre, der nahe Aufbau des eisernen Vorhangs, urgeschichtliche Ausgrabungen. Hier wird alles gesammelt. Für mich sind aber die alten Rechner das Highlight. Zwei noch funktionstüchtige Zuse finden sich hier. Da steckt jemand seine ganze Energie hinein, herauszufinden wie er den Lochstreifen schreiben muss, damit der Rechner damit auch etwas anfangen kann. 

1.4. Es war eine kalte Nacht. Alles ist mir Raureif überzogen. Die Gasflasche hat zum Glück gehalten. Gleich wird erst einmal eingekauft. Bei der Ausfahrt vom Parkplatz ist mir dann ein kleiner Rempler passiert. Oje. Zum Glück nur ein bisschen Blech und ich kann auch weiter fahren, aber trotzdem mehr als ärgerlich. Die Wasserkuppe hatte ich schon öfter im Visier, aber bei schönem Wetter und vielleicht noch Wochenende mache ich um solche Plätze einen großen Bogen. Heute geht es dort hinauf. Auf 950 Metern Höhe liegt in den Mulden noch Schnee. Hier trifft sich jede Art von Luftfahrt. Die Motorflieger knattern den ganzen Tag über den Berg. Die Segelflieger sind ja ruhig. Die ehemalige Spionagestation ist jetzt Touristentreff. Schon ist es hier. Wir sind langsam die Wege abgegangen und haben uns alles angeschaut. 

2.4.  In der Nähe meines morgigen Zieles liegt Schenklengsfeld. Am Stellplatz am Ortsrand ist es völlig ruhig und ich kann wunderbar mit meiner Juschka laufen. Das ist für uns beide immer wichtig. 

3.4. Durch die Organisation von Hundeausstellung kaufe ich auch immer wieder Pokale ein. Hier an meiner Strecke liegt eine Firma, die eine extrem schnelle Auftragsabwicklung leistet. Das Angebot für eine Firmenführung habe ich deshalb gerne angenommen. Prozessautomation war nunmal sehr viele Jahre mein Job. Hochinteressant, was der Chef persönlich mir beim Rundgang alles gezeigt hat. Das war schon ein Erlebnis. 
Auf der Strecke waren mir Hinweisschilder zum Point Alpha aufgefallen. Wir haben doch eh Zeit, lassen uns treiben und nehmen mit was uns am Wegesrand auffällt. Schon mehrfach hatte ich an verschiedenen Stellen kleine Erinnerungsstätten an der alten Grenze gesehen. Hier sind mal die amerikanische Sicht der Dinge und auch die Grenzeinrichtungen auf beiden Seiten zu sehen. 

4.4.  In Geisa haben wir ruhig geschlafen. Die Runde von Brücke zu Brücke am Bach entlang gut 2 km lang. Die sind wir dreimal gegangen. Nach dem Mittag haben wir uns dann aufgemacht, wollten ins Schwimmbad Ulsterwelle, aber Pech gehabt: heute ist Damensauna. Also stattdessen Mittagsschlaf gehalten. 

5.4.+ 6.4. Meiningen. Die Tagesetappen sind im Moment alle nicht lang. Immer mal 30 Kilometer oder so was. Freitag mittag nach Meiningen. Das Stadtwerke Schwimmbad hat auch eine nette Sauna. Nicht groß aber ok. Der Stellplatz unterhalb ist total ruhig. Nach fünf Saunagängen hatte ich nur noch Durst und danach die nötige Bettschwere. 

Samstags ist dann Werksbesichtigung im Dampflokwerk. So etwas mal zu sehen ist schon was Besonderes. Der Nachbau des Adler aus Nürnberg ist gerade hier und steht zerlegt in der Halle. Nach der Tour fahren wir wieder zum Stellplatz im Ort. Die Sonne scheint und es ist endlich mal warm. 

7.4. Heute gibt es Kontrastprogramm zu Meinigen. Wir fahren nach Buchenwald. Es übersteigt jede Vorstellungskraft. Grausam was da geschehen ist.
Es ist aber wichtig dort hin zu fahren und es zu erzählen. Dort sind Menschen, die dafür arbeiten, diese Erinnerung wach zu halten. Wenn aber niemand mehr hinfährt, ist es vorbei….
Ich habe mich gefreut, wie viele junge Menschen heute da waren. Das lässt hoffen. 

Übernachtung dann in Apolda. Der riesige Parkplatz ist nicht gerade toll, aber die Umgebung war für eine Landesgartenschau hergerichtet und lädt zum Spazieren ein. 

8.4. Bad Klosterlausnitz. In der alten Kristalltherme habe ich wie immer einen schönen Nachmittag verbracht. Das Solbecken mit 12% Sole, wo man einfach nicht untergehen kann, findet man nicht überall. Die Aufgüsse in der Sauna – heftig 🙂 

9.4. Lagovida. Ein teurer Stellplatz! Aber direkt mit Strand an einem schönen See, der aus dem Braunkohle Abbau hier entstanden ist. Mit Waschmaschine und Trockner wird erst einmal Waschtag eingelegt. Strom, Wasser und Abwasser gibt es an jedem Stellplatz. Heisse Duschen so gross, da könnten vom Platz her drei Leute duschen. Hier wird einem schon was geboten fürs Geld. 

Ein Stück weiter am See werden Fahrten mit einem Amphibienfahrzeug angeboten. Ach du je. Als ich Kind war im Urlaub in La Panne an der belgischen Küste, war das gleiche Fahrzeug. Welch Erinnerung! 

10.4. Nach Taucha. Ich will nicht zu früh beim Vereins Kollegen aufschlagen und so fahren wir nochmal kurz an den Moritzsee, den wir vom letzten Herbst schon kennen.  Wir müssen für die Hundeausstellung in Chemnitz noch zusammen etwas vorbereiten.

11.-14.4. Am Tag vor der Ausstellung fahren wir zum Campingplatz Rabenstein in Chemnitz. Ein preiswerter kleiner und ruhiger Platz. Zur Ausstellung selbst stehen wir zwei Tage auf dem grossen Messeparkplatz. Schön ist anders.
Sonntag Mittag geht es dann so schnell wie möglich wieder raus nach Rabenstein. Messe Chemnitz ist geschafft. Jetzt können wir wieder um den See laufen.

15.4. Jetzt geht die schöne Fahrt wieder weiter. In Oelsnitz südwestlich von Chemnitz ist ein altes Eisenbahn Gelände mit Mitteln einer Landesgartenschau als Erholungsgebiet umgebaut. Dabei ist auch ein Wohnmobilstellplatz, dessen Besucherkommentare mich hierher gelockt haben. Gute Spaziergehmöglichkeit ist nach den Tagen Messeparkplatz mehr als nötig. Die Besonderheit hier, dass die alten Gleise in die neue Umgebung integriert wurden, gefällt mir besonders gut.

16.4. Auf der Rückfahrt wieder in Bad Klosterlausnitz vorbei fahren und nochmal die Therme genießen. Die Rückenschmerzen mit Unterwassermassagedüsen bearbeiten und schöne Aufgüsse in der Sauna mitmachen. Wieder ein schöner Tag. 

17+18.4. Ich muss mal wieder waschen. Habe wohl zu wenig T-Shirts mitgenommen. Der Filter in der Stellplatz Suche nach Waschmaschine/Trockner leitet mich nach Oberkotzau. Vorher nie gehört aber jetzt weiß ich, dass es einer der Top-Stellplätze in Deutschland ist. Der Platz ist von der Gemeinde und hat saubere Duschen und Toiletten, die man gut nutzen kann. Eine gute Anlage auf einer früheren Industriebrache. Hier habe ich dann mal für zwei Nächte gebucht. 

Der Fernwehpark nebenan ist faszinierend.  Hunderte von Schildern, von großen und kleinen Künstlern, die dem Park ein Schild mit Unterschrift geschenkt haben. Ortsschilder aus allen Kontinenten. Sponsorenschildern aber auch kleine ganz persönliche Schilder, die anderen Menschen gewidmet sind, mit Notizen, dass du davor stehst und heulen kannst.

19.+20.4 Es ist warm geworden, fast 20 Grad tagsüber und das Osterwochenende steht bevor. An Main oder Donau befürchte ich übervolle Stellplätze. So bleibe ich noch hoch oben im bayerischen Wald. In Schönsee am Moorbad, der Platz ist nicht gut. Gegenüber auf dem Festplatz, oje ist der schäbig. Aber am Rand mit Blick in die Natur sieht es schon besser aus. Spazierwege am Bach entlang inmitten wunderbarer Natur lassen auch zum Verweilen ein. Das Dörfchen ist auch nett. Ein paar kleine Läden, Eiscafe und natürlich ein prächtiger Osterbrunnen. 

21.+22.4. Cham. Wir brauchen VE und Internet besser als Edge wäre auch mal wieder nicht schlecht. In Cham der Platz am Kanu Club liest sich nicht schlecht. Wenn er nicht zu voll ist! Sonst geht es wieder hoch in die Berge. Als wir mittags ankommen ist der Platz fast leer. Aber das war es auch…
Zusätzlich ist es sehr laut von der Schnellstraße her. Gut, dass ich nachts die Hörgeräte rausnehmen kann 😉 

Der Weg am Regen entlang ist schön. Biber hausen hier. Die Spuren sind gut zu sehen. 

Wir bleiben auch hier wieder zwei Nächte, damit wir erst Dienstag, wenn hoffentlich viele wieder arbeiten müssen, weiterfahren. Am Dienstag früh ist der Lärm von der Schnellstraße ganz schlimm. Die LKW sind nach Ostern wieder unterwegs. Tanks frisch machen und schnell weg. 

23.+24.4. Freistehen an der Donau. Ein wunderschöner Platz und wir sind total allein. Ruhe: nur Vögel zwitschern, der Wind pfeift und gelegentlich ein Schiffsdiesel. Keine Beleuchtung, dafür ein toller Sternenhimmel. Besser kann es uns gar nicht gehen. Wir spazieren an der Donau entlang und liegen mittags draußen in der Sonne. 

25.4. Nach einem ausgedehnten Morgenspaziergang müssen wir weiter. Jetzt geht es wieder gen West. 

Was in den letzten Tagen richtig auffällt, ist dass es hier weit mehr Vögel gibt als bei uns zu Hause. Den Kuckuck hören wir täglich. Überall ist ein Gezwitscher, das bei uns stark zurück gegangen ist. Die Veränderungen an der Natur sind hörbar. 

Wir sind nach Dachau gefahren. Es liegt eh an unserer Strecke. Einmal zur Gedenkstätte und dann in Dachau übernachten. Diese Gedenkstätten sind eigentlich alle gleich bedrückend. Was man da sieht, steckt man ja nicht einfach weg…… 

Der Stellplatz Dachau ist eine Katastrophe. Nicht mal für eine Nacht. Wir sind jetzt ein paar Kilometer weiter in Maisach gelandet und stehen am Freibad auf Wiese und im Grünen. 

26.+27.4. Zwei ganz besondere Tage auf dieser Fahrt. Das Wohnkabinentreffen in Kloster Andechs. Das größte Treffen vom Wohnkabinen Forum und mein erstes Treffen im Süden der Republik. Hier lerne ich viele kennen, die ich bisher nur aus ihren Forumsbeiträgen her kannte. Schön sich auch leibhaftig zu treffen und mal beim Bier zusammen zu sitzen. 

28.4. Nachdem meine Juschka die zwei Tage viel allein im Auto war, muss der Saunatag noch warten. Wir fahren nach Peissenberg. Es sind nur ein paar Kilometer. Wir spazieren mal in den Ort und finden einen netten bayrischen Gasthof. Heute bleibt die Küche kalt. 

29.4. Wir bewegen uns wieder östlich, müssen wir doch zum Wochenende nahe Passau landen. Die Sauna in Bad Aibling mit Wohnmobilstellplatz kommt mir gerade recht. Die Sauna ist gut aber am Montag Nachmittag sehr voll. Zum Abend hin würde es dann etwas ruhiger. Der Stellplatz ist randvoll. Nix zum länger bleiben. 

30.4. Prien am Chiemsee. Der Stellplatz der Segelschule liegt außerhalb des Ortes. An dem Platz ist nichts schönes dran. Aber wenn wir schon hier unten sind, müssen wir doch wenigstens einmal an einem der vielen bayerischen Seen übernachten.

1.5. Guten Morgen liebe Sonne. So sieht die Welt schon wieder besser aus. 

Heute geht es nach Massing. Ich möchte mir das Freilichtmuseum ansehen und bei Sonnenschein ist das sicher prima. Oje, tausend Menschen, auch die letzte Ecke ist zugeparkt, der Maibaum wird aufgestellt und das ist ein besonderes Ereignis. Also das war nichts mit Museum. Im Ort bin ich dann den Schildern Sportanlagen gefolgt und werde am Fußballplatz übernachten. Hier stehe ich allein außerhalb vom Dorf und habe meine Ruhe. 

Das Weihnachtsgeschenk meiner Kinder der Omnia Backofen ist immer in Betrieb. Mindestens morgens die Brötchen müssen aufgehalten werden. 

Heute möchte ich einen neuen Versuch Pizza unternehmen. Mich stört, dass ich die fertige Pizza immer nur in Stücken aus der Form holen kann. Und ich möchte das komplette Rad am Stück auf dem Teller haben. Das Auge isst ja schließlich mit. Den Brötchenrost mit Backpapier belegen und hinterher den Rost mit zwei Gabeln einschließlich Pizza aus der Form holen. So weit die Theorie. Und es funktioniert! Prima! 

2.5. Mal schauen, wo wir heute landen. Erst einmal nach Landau. Da gibt es zumindest einen Baumarkt und wir brauchen wieder Gas. Am Stellplatz die Tanks frisch gemacht aber die Wassersäule nimmt nur 50ct Stücke für je 50 Liter. Ich habe nur eines und der Tank wird nicht voll. Der Stellplatz ist Müll, ein riesiger Baustellen Lagerplatz. Der nächste Stellplatz Plattling ist auch nicht viel besser. Dann mal an der Donau Niederaltaich probieren. Da am Donaublick soll eine große Baustelle am Deich sein. Aber das ist ok und wir stehen mal wieder mit Traumblick direkt am Wasser. 

3.+4.5. Mal wieder Hundeausstellung. Ich habe auch meine Juschka gemeldet. Als abends der Ring aufgebaut ist, laufe ich schon mal zwei Proberunden. Oje die Kondition! Da muss sich aber ganz schnell wieder was dran verbessern.
Wir laufen unter Veteranen. Meine Juschka wird Zweite mit bestem Formwert.

5.+6.5. Es geht nach Hause. Noch eine Übernachtung in Kreuzwertheim und dann sind wir wieder zurück. Bei Kindern, Enkel, Haus und Garten.

1 thought on “2019 04 – 6 Wochen Deutschlandkreuzfahrt

  1. Ja Wolfgang da hast du mal wieder eine schöne Reise hinter dir !
    Schöne Bilder und ein toller Bericht ! Ich hoffe du hast nicht zu viele Bilder verbraten !
    Nicht das nix mehr fürs Reiseraten übrig bleibt! Aber gerade bei solchen Reisen sind immer Bilder dabei die es gilt zu erraten und die uns allen zu zielen verhelfen die es mal anzusteuern gilt!
    Hoffe es hat dir auf dem Treffen in Andechs gefallen und es war toll das wir uns mal persönlich kennen gelernt haben ! Noch ein schönes Reisejahr und bis zum nächsten Treffen !
    Gruß Jupp

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