Nach Frankreich zu fahren hat ja dank Corona dieses Jahr noch nicht geklappt. Abwarten, was das jetzt wird, die Infektionszahlen sind noch harmlos, steigen aber von Tag zu Tag.
Durch die Eifel zur Mosel und über Luxemburg nach Frankreich. Dann so grob in weitem Bogen nach Süden zur Atlantikküste. So sieht die Route im Kopf aus.

27.8. Nähe Trier
14657 Besucherbergwerk Fell Nähe Trier
An der Mosel waren die Plätze mal wieder alle voll. Etwas abseits gibt es ein Besucherbergwerk. Es liegt weit außerhalb vom Ort und in der Nacht bin ich völlig allein.

28.8. Favieres
Was für ein Flecken. Eine Freizeitanlage mit 2 Seen, bewachtem Badestrand, Irrgarten und geöffnetem Restaurant – aber kein einziger Besucher hier. Ich trinke ein frisch gezapftes Kronenbourg. Eine Wespe will an mein Bier. Da hilft die Coronamaske!
Der Stellplatz bietet sogar Wasser und Strom gratis, was will man mehr. Mit Womo in Frankreich – einfach super.

29.8.
Veuvey sur Ouche
Ein Picknickplatz direkt am Kanal du Bourgogne. Kanäle sind für mich immer gute Plätze. An jedem Kanal gibt es Wege zu beiden Seiten, die man wunderbar ohne Steigungen mit dem Rad befahren kann. Und mein Rad habe ich natürlich mit.

30.8.-7.9. Luzy
Die Corona Zahlen steigen und bis zum Atlantik ist es noch weit. So fahre ich den Campingplatz Domaine de la Gagère an und buche mal für 8 Nächte. Von hier zurück nach Deutschland ist nicht weit. Ich habe keinerlei Ambitionen hinterher aus einem Risikogebiet zu kommen und in Deutschland in Quarantäne zu sollen.
Eine ganze Woche ohne Auto-Fahrerei. Nur mit dem Rad 3-mal in den nächsten Ort nach Luzy zum Einkaufen. Hier ist es genauso bergig wie zu Hause. Wobei der Camping oben auf dem Berg und der Ort unten im Tal ist. Die Aussicht vom Platz ins Tal ist super und der Sonnenuntergang grandios.
Der Platz bietet reichlich Freifläche zwischen den Stellplätzen. Da würde manch anderer noch weitere Wagen unterbringen.
Nur um die französisch Sprachkenntnisse aufzubessern ist der Platz ungeeignet – hier ist alles fest in niederländischer Hand.

Nach der Woche Campingplatz entscheide ich mich zurück Richtung Deutschland zu fahren.

Mo 7.9. Soing-Cubry-Charentenay, Dep Haute-Saône
Was für ein Dörfchen. Und hier steht ein Eiffelturm. Auch wenn es nur im Maßstab 1:20 und entsprechend 16m Höhe sind.
Der Campingplatz ist geschlossen. Es stehen 5 Wohnmobile hier aber das einzige Restaurant ist wohl auch schon länger nicht mehr in Betrieb. Ein Bummel durch den Ort : Kirche, Waschhaus, Rathaus

Di 8.9. Breisach
Frisch über die Grenze und an der Autobahn Corona getestet. In drei Tagen soll das Ergebnis kommen.
Der Stellplatz in Breisach. Auch wenn ich vom Wagen aus den Rhein sehen kann, diese Mammutplätze sind nicht mein Fall.
Ein Spaziergang in den Ort. Immerhin Chance auf einen guten Eissalon. Chance vertan – auch der Eissalon war nur Touri-Masse.
Der Touristenrummel hier, alles nicht meine Welt. Und nicht mal schön dabei – nix besonderes – alles nur hingeklatscht.
Es sollte ja auch nur der Stellplatz werden, wo ich erst mal raus aus Frankreich bin und mir dann den weiteren Weg überlegen kann.

Ich pflege ja eine lange Liste sehenswerter Orte und wenn ich unterwegs bin, schaue ich immer mal, ob da nicht was an der Strecke liegt. So sind dann jetzt die Plätze in Deutschlands Süd-Westen dran. Campus Galli in Meßkirch und das Nördlinger Ries will ich unbedingt sehen. Und das Märklin Museum reizt mich auch.

Mi 9.9. Gütenbach Faller
Klein aber fein ist die Ausstellung von Faller. Historische und aktuelle Modelle sind zu sehen. Die aktuellen kann man natürlich auch kaufen.

Do+Fr 10.+11.9. Friedhof Neuhausen, Nähe Meßkirch
Das ist mal ein erwähnenswerter Stellplatz. Schön am Ortsrand gelegen mit Blick auf die Felder. Geld für Strom kann man in eine Dose werfen.
500m neben dem Stellplatz ist ein Freilichtmuseum mit Häusern aus der Umgebung. Die sind alle zeitgemäß eingerichtet. Ein Wasser getriebenes Sägewerk wurde live vorgeführt. Ein interessanter Nachmittag.


Am nächsten Morgen ging es auf nach Meßkirch Campus Galli ansehen. Sie haben dort vor fünf Jahren angefangen ein komplettes Klosterdorf zu bauen und meinen in dreißig Jahren wären sie fertig. Wenn ich mir das anschaue, baut man da noch 60 Jahre dran. Aber alle paar Jahre kann man immer mal wieder vorbei schauen.

Sa 12.9. Ehingen
Eigentlich hatte ich noch Göppingen im Visier mit dem Märklinmuseum. Aber da läuft gerade der Umzug vom alten Museum in den Neubau. Das ist also dann demnächst mal dran, wenn ich wieder hier in der Ecke bin.

So geht es jetzt nach Ehingen, Ehingen am Donauradweg. Der Stadtplan ist ziemlich ernüchternd. Auch im weiteren Verlauf sind die Radwege keine entlang der Donau angelegten Wege sondern nur die Straßen, die mehr oder weniger nah an der Donau entlang führen. Das wird hier nix mit Rad fahren.

Dafür weist das Schild am Stellplatz auf eine ganz andere Besonderheit von Ehingen auf. Bierkulturstadt.
Mit der Bierkultur wurde das heute aber auch nix. Der Stellplatz liegt hoch oben auf dem Berg. Zur einen Seite runter ist die Donau und zur anderen Seite runter das Städtchen. Bin 2,5 Stunden runter in den Ort und in der Fußgängerzone rumgelaufen. Dann in der Wärme wieder hoch und war sehr platt. Habe im Ort die italienische Eis-Kultur genossen. Heute Abend kommt dann Bierkultur aus dem Kasten.

13.+14.09. Nördlinger Ries
Auf dem Weg nach Nördlingen halte ich am südlichen Rand des Nördlinger Ries. In Mönchsdeggingen gibt es einen schönen Aussichtspunkt von dem aus man die Ebene schön im Blick hat.

Am Nachmittag besuche ich dann noch das Eisenbahnmuseum in Nördlingen

Am nächsten Morgen eine 20km Fahrradtour zum nördlichen Rand des Ries. Diese vielen kleinen Berge und Hügel wo der Auswurf des Kraters nieder ging. Häufig liegen Felsen und Steinbrocken offen. Die Radwege hier sind eine reine Freude. Nur selten, dass man im Autoverkehr fahren muss.
Mittags geht es dann zu Fuß in die Altstadt von Nördlingen. So viele schöne Häuser uns so viele kleine Geschäfte. Und vor allem – ich habe keinen einzigen 1-Euro Laden gesehen. Die Touristen kaufen wohl noch genug, dass sich der Handel immer noch lohnt.

15.9. Röttingen an der Tauber
Der Stellplatz direkt an der Tauber für fünf Euro und man steht genau genommen auf dem staubigen Festplatz. Für 1-2 Nächte ok, aber toll ist anders.
Mir dem Rad in den übernächsten Ort und dort was eingekauft. Die Radwege sind schön und gut ausgebaut. Nachmittags spaziere ich dann in das kleine Örtchen Röttingen. Der ganze Ort ist frische gepflastert. Ein Lokal die Röttinger Bürgerstube hat sehr viele Tische draussen stehen. Sie bereiten gerade alles für das Abendesen vor. Auf einem Schild steht: Hirschmedaillons mit Pfifferlingen. Oh, so etwas könnte mich davon abhalten heute selbst zu kochen. Bei dem heißen Wetter war die Lust dazu eh nicht hoch. Ich setze mich an den gedeckten Tisch und lasse mich bedienen. Das beste Essen der September Fahrt 2020.

16.-19.9. Wertheim
Es geht so langsam nach Hause. Der Stellplatz Kreuzwertheim ist jetzt bei so tollem Wetter eh überlaufen und so gehe ich für drei Nächte auf den Campingplatz Wertheim-Bettingen. Am Main entlang ist schön Rad fahren.

Die Autostrasse ist ein Stück weg und so geht es häufig direkt am Wasser entlang. Am ersten Tag fahre ich direkt nach Kreuzwertheim. Dort nochmal den Stellplatz ansehen nachdem man die Kapazität auf 20 reduziert hat. Auch wenn jetzt natürlich viele umdrehen müssen, aber der Platz ist so ok. Der Biergarten daneben mit dem Doppeldeckerbus hat noch nicht auf – schade. 23km hin und zurück.
18.8. Mit dem Rad heute wieder nach Wertheim gefahren – wieder 23km. Am 8.7. habe ich das Rad gekauft bis heute sind das 72 Tage und ich habe 640 km auf dem Tacho.

19.9. Heute rutschten die Kilometer nur so runter. Bei Kuhns in Seligenstedt noch Camping-Fleischkonserven geholt und dann wieder auf die Bahn. Also keine Übernachtung mehr. Das waren jetzt zwar nur 3,5 Wochen, aber egal. So ist es dann eben, wenn Corona die Reiseroute völlig ändert.

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